Fügetechnik überprüfen
Prüfungen der Nahtverbindungen
Prüfungen der Nahtverbindungen sind gemäß DIN 18195, Teil 3 durchzuführen mit Hilfe der:
- Reißnadelprüfung
- Anblasprüfung
- Optischen Prüfung
- Vakuumprüfung
Reißnadelprüfung
Zur Prüfung von Längs- und Quernähten ist die Reißnadel unter
leichtem Druck entlang der Nahtkante zu führen.
An Fehlstellen trennt die Nadelspitze die überlappenden Bahnen
deutlich voneinander. Fehlstellen sind zu markieren und mit einem
Warmgas-Handschweißgerät auszubessern.
Anblasprüfung
Mit einem Handgerät für Warmgasschweißungen wird die Schweißnahtkante angeblasen. Die Temperatur
des Warmgases soll, ca. 5 mm von der Düse gemessen, max. +150° C betragen. Es ist eine Runddüse oder eine
höchstens 20 mm breite Flachdüse zu verwenden. An schlecht verschweißten Stellen hebt sich die obere
Bahn deutlich von der unteren ab.
Optische Prüfung
Es wird beim Schweißautomaten die Schweißraupe an der Nahtkante durch Betrachten auf Lücken
beobachtet. Fehlstellen überprüfen und ausbessern.
Vakuumprüfung
Diese Prüfung wird vorzugsweise an T-Stoßverbindungen mit einem
Vakuumprüfgerät angewendet. Es arbeitet mit einem Unterdruck,
wobei die Qualität der Schweißverbindungen zugleich auf
Festigkeit und Dichtigkeit überprüft wird. Fehler in bezug auf
Dichtigkeit und Festigkeit werden mit Sicherheit erkannt.
Bei der Vakkuumprüfung wird eine durchsichtige Prüfglocke auf
die Naht- oder Stoßverbindung aufgesetzt, und die sich in der
Glocke befindliche Luft abgesaugt, so dass ein Unterdruck entsteht.
Die Prüfglocke weist am Rand einen Anpress-Dichtring aus Kunstkautschuk
auf, damit ein luftdichter Abschluss zwischen Prüfglocke
und Dichtungsschicht gewährleistet ist.
Der Unterdruck soll - 0,2 bis - 0,3 bar betragen. Die Prüfung gilt
als bestanden, wenn sich der Unterdruck aufbauen und über einen
bestimmten Zeitraum halten lässt. Zur besseren Erkennung von
Undichtigkeiten kann die Nahtkante mit einer farbigen Seifenlauge
eingestrichen werden. Im Falle einer Undichtigkeit entstehen deutlich sichtbare Seifenblasen.
Absichern der Naht- und Stoßkanten
Bei allen mit THF geschweißten Nähten sind die Kanten mit PVC-Lösung
abzusichern. Durch das Absichern wird eine optimale Fügetechnik
erreicht. Die PVC-Lösung ist mittels PE-Flaschen mit
auswechselbaren Ausflussröhrchen aufzubringen. PVC-Lösung auf
Konsistenz prüfen (vor Gebrauch ist die PVC-Lösung kräftig aufzurühren) !
Falls erforderlich mit THF verdünnen und gut vermischen !
PVC-Lösung soll in der Vertikalen maximal 5 cm nachfließen.