Warmgasscheißen - Heißluftschweißen
Allgemeines
Warmgasschweißen (Heißluftschweißen) ist da anzuwenden, wo Quellschweißen nicht
möglich ist, z. B. in Räumen, die nicht ausreichend für Quellschweißungen zu be- und entlüften
sind.
Die Verschweißungszonen müssen frei von Verunreinigungen sein. Bei verschmutzten Nahtflächen
ist eine Reinigung mit warmem Wasser möglich. Falten und Quetschungen im Nahtbereich der Bahn sowie
Kreuzstöße sind zu vermeiden.
Warmgasschweißungen sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
- Beide Fügeflächen werden durch gleichmäßiges Erhitzen in den plastischen Zustand überführt.
- Der Fügedruck wird unmittelbar nach Erreichen des plastischen Zustandes aufgebracht.
- Die Schweißgeschwindigkeit variiert in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der
Heißlufttemperatur.
Zur Warmgasschweißung müssen Schweißautomaten und Handschweißgeräte
verwendet werden, welche mit individuell einstellbaren
Temperaturreglern ausgerüstet sind.
Die Bedienungsanleitungen der Gerätehersteller sind zu beachten.
Die Überprüfung der Nähte kann durch Sichtkontrolle bzw. nach
Erkalten der Naht mit einer Prüfnadel erfolgen.
Achtung:
Warmgasschweißung nicht bei Bahnendicken unter 1,0 mm.
Ausführung der Warmgasschweißung – Handschweißung
Die Schweißdüse mit Flachschlitz soll eine Breite von 4 cm haben.
Die notwendige Schweißtemperatur ist einzuhalten und muss vorher
an einem Folienmuster beidseitig ermittelt werden.
Die Herstellung der Nahtverbindung erfolgt in zwei Arbeitsgängen.
Zunächst wird die hintere Nahtkante in 1 bis 2 cm Breite vorfixiert,
damit beim anschließenden zweiten Arbeitsgang keine Heißluft unter
der überdeckenden Bahn entweichen kann. Die Schweißdüse
des Handschweißgerätes wird so in die Überlappung eingeführt,
dass beide Nahtflächen gleichmäßig erwärmt und mittels einer
4 cm breiten Andrückrolle, die kontinuierlich in Schweißrichtung
geführt wird, homogen verbunden werden.
- Die plastifizierten Flächen werden mit einer Andrückrolle fest aufeinandergepresst.
- Die Schweißtemperatur ist richtig, wenn das plastifizierte Material durch das Andrücken mit der Rolle
am Rand der Naht in einer dünnen Raupe austritt und der Rand der Dichtungsbahn sich nicht verfärbt.
Bei Beendigung der Tagesarbeit müssen alle Nähte und Stöße abgesichert sein.
Warmgasschweißen mit einem Handschweißgerät
Ausführung der Warmgasschweißung – mit Schweißautomaten
Die notwendige Lufttemperatur im Schweißgerät beträgt ca. 500° C.
Neuartige Geräte verfügen über einen automatischen Regler, der
Temperaturschwankungen durch Spannungsschwankungen ausgleicht.
Die Schweißdüse und die Andrückrolle haben eine Breite
von > 4 cm. Die Fahrgeschwindigkeit und die Heißlufttemperatur
müssen regelbar sein. Der erforderliche Anpressdruck auf die
Schweißnaht wird im Normalfall erreicht durch ein zusätzliches
Auflagegewicht von 7 bis 13 kg.
Schweißtemperatur und Schweißgeschwindigkeit müssen so aufeinander
abgestimmt werden, dass im Nahtbereich weder Fehlstellen
noch Materialverformungen auftreten. Leistungsabfall
durch Stromschwankungen ist, z. B. durch den Einsatz von Stromaggregaten,
zu vermeiden.
Für jedes Schweißgerät ist ein eigener Stromkreis erforderlich. Vor
Beginn der Schweißarbeiten ist eine Probeschweißung durchzuführen,
um eine einwandfreie Geräteeinstellung zu gewährleisten.
Hochfrequenzschweißung HF nach DIN 1910 Teil 3
Diese Form der Schweißung erfolgt nur stationär und dient zur Herstellung von vorgefertigten Planen.
Die Bahnen werden im Überlappbereich zwischen den Elektroden durch hohe Frequenz erwärmt und unter
Kraft/Druck geschweißt.
Achtung: Hochfrequenzschweißen nicht über Bahnendicke 0,8 mm.